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Was spielt man über Weihnachten und Winter? Teil 2: Adventure!

Weihnachtsspecial Teil 2 Adventure

Vor zwei Tagen habe ich für euch drei weihnachtstaugliche Actionspiele herausgesucht, die am besten für den Adrenalin-Kick –nach Omas vorweihnachtlichem Anstandsbesuch mit Käffchen und Kuchen– geeignet waren. Ballerorgien, jede Menge Blut und Patronenhülsen. Weihnachten und Winter können auch Spaß machen!

Heute werden wir zum Heiligabend aber doch etwas gemütlicher und wenden uns den Adventures zu. Gemeint sind damit aber nicht klassische Point & Click Adventures, die ich später noch extra behandeln möchte. Adventures ist ein ziemlich weit gefächerter Begriff, den ich hier nicht zu streng definieren möchte.

Resident Evil (HD Remaster)

Resident Evil HD Remaster Dining Room

A dining room!

Kenner des ersten Teils dürfen ruhig ein weiteres Mal dem Horror von Racoon-City entkommen. Oder gerne auch mit Teil 2, 3 oder 4 weitermachen. Zur Not im Koop auch noch mit Teil 5. Den sechsten Teil der Serie verbiete ich euch.

Resident Evil ist sowas von weihnachtstauglich. Vor allem der erste Teil, der im gemütlichen Herrenhaus im abgelegenen Wald von Racoon-City spielt. Hier wird noch mit Schreibmaschine geschrieben bzw. gespeichert, die Gesundheit mit Kräutern wiederhergestellt und nicht durch eine kurze Verschnaufpause auf der nächsten Bank. Und das knappe Inventar will für Rätsel und Kämpfe wohl sortiert werden. Alte Schule der GameCube-Neuauflage von 2000, des 1996 erschienen Kultspiels. Dieses Mal jedoch für alle aktuellen Konsolen und den PC; mit einer unorthodoxen Widescreen-Lösung, 1080p-Unterstützung und höher aufgelösten Texturen sowie moderner Steuerung oder alternativer, klassischer Tank-Steuerung.

Außerdem sieht man durch die höheren Auflösungen auch endlich auch mal, was man genau für Items aufnimmt und wo diese überhaupt liegen, ohne die Aktionstaste hämmernd –in der Hoffnung etwas zu finden und aufzunehmen– an Regalen und Schränken vorbeizulaufen.

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Die Grafik war jedoch nicht das Steckenpferd von Resident Evil. Viel mehr die beklemmende Horror-Atmosphäre, das Erfolgsgefühl, wenn man einen Gegner ausgeschaltet oder umgangen hat und die Rätsel und der Survival-Aspekt, da gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden die Ressourcen knapp waren. Veteranen kommen zwar auch nur mit einem Messer bewaffnet und einen eingerissenen Fingernagel zum Abspann, aber der normale Spieler dürfte schon einiges zu tun haben.

Ich habe vor kurzem erst das Spiel zweimal hintereinander beendet und jedes Mal neue Zwischensequenzen mit dem gleichen Charakter (Jill Valentine) entdeckt. Denn abhängig von der Reihenfolge, in der wir Räume betreten oder Rätsel lösen, erleben wir hin und wieder andere Sequenzen.

Zwar gehörte Backtracking damals noch oft zum guten Umgangston, ist heute aber eher nervig. Vor allem wenn man irgendetwas hat liegen lassen und nun wieder zurücklatschen darf. Aber okay, das kommt vor und man sieht auch mal darüber hinweg unter Berücksichtigung der Sachen, die Resident Evil einfach toll macht.

Resident Evil HD Remaster Attack on Zombie

Vor 19 Jahren hat sich Resident Evil in mein Herz gebrannt und entfacht jedes mal wieder ein Feuer, sobald ich es spiele. Eigentlich wird es mal Zeit, das Spiel mit Chris durchzuspielen, was –wie ich beschämend zugeben muss– in all den Jahren nie gemacht habe.

The Wolf Among Us

The Wolf Among Us Opening

Ich habe ein fürchterlich schwieriges Verhältnis mit diesen cinematischen Adventures. Sie erzählen häufig gute Geschichten und das meistens unglaublich gut. Beyond Two Souls, Fahrenheit, Heavy Rain, The Walking etc. Über die Story lässt sich typischerweise streiten, aber die Präsentationen sind durchweg gelungen, dank der Geradlinigkeit, die nicht nur blöderweise das Erforschen und den spielerischen Anspruch verbietet, sondern eben auch abstruse Tätigkeiten, die in den Händen der Spieler liegen und oft für einen Bruch in der Glaubwürdigkeit der präsentierten Geschichte sorgen.

Dazu habe ich etwas in diesem Artikel ausführlicher geschrieben, um meine Ansichten darüber mitzuteilen.

The Wolf Among Us Bigby

Als Sheriff Bigby müssen wir darauf achten, dass sich alle Fabelwesen in Menschengestalt verkleiden und kein Aufsehen erregen, um nicht so die anderen zu gefährden und zu enttarnen. Die Verkleidung kann aber nur durch einen Bann aufrechterhalten werden, der für die meisten teuer zu bezahlen ist. Bigby steht daher ständig im Konflikt die Androhung der Strafe –das Zurückschicken zur Farm der Fabelwesen, das für die meisten einem Gefängnis gleich kommt– durchzusetzen oder Gnade walten zu lassen. Aufgrund seiner eigenen Vergangenheit als großer böser Wolf, bereitet er den meisten außerdem Vertrauensprobleme.

Als ein Fabelwesen jedoch ermordert wird, muss Bigby ermitteln. Zuviel Aufsehen wird dadurch erregt und zuviel Unruhe in der Gemeinschaft der Fabeln gesäht. Doch nicht alle Wesen sind hilfsbereit und alte Konflikte werden nicht so leicht vergessen.

Auch wenn mich der geringe spielerische Anspruch stört, habe ich meinen Spaß mit The Wolf Among Us gehabt. Dieses völlig abgespacte Setting, basierend auf den Fables-Comics, von denen ich einige Bände mein Eigen nenne, ist grandios mit seinen ulkigen und einzigartigen Charakteren mit ihren Ecken und Kanten umgesetzt. Dazu die düstere, aber irgendwie –durch lila/rosa-farbende Akzente im Artdesign– charmante Atmosphäre der Welt und der Handlung, die auch hier fast nur bei Nacht spielt sowie etliche Wendungen bereit hält. Man will einfach wissen wie es weiter geht.

The Wolf Among Us Bigby Smoking

Mein Tipp, falls ihr das Gefühl habt, euch “falsch” entschieden zu haben: Es gibt kein falsch. Die Story wird so oder so enden und es gibt nur ein wahres Ende. Ihr könnt nicht euren Helden nehmen, die Stadt verlassen und den Rest eurer Tage in der Karibik verbringen. Das ist nicht vorgesehen. Also, tut euch einen Gefallen und lebt mit euren Entscheidungen. Sie haben, leider, weniger Auswirkungen als man zunächst glaubt und das Spiel einen, auch durch die Vorschau auf nächste Episoden, weiß machen will.

The Last of Us (PS3/PS4)

The Last of Us Remastered Ellie

 

Es gibt kaum ein besseres Survival-Adventure als The Last of Us. Durch den Road-Movie-Charakter ist es hervorragend für die Winterzeit geeignet, wenn das Gefühl einer langen Reise –durch alle Jahreszeiten– einsetzt. Ich habe dieses Spiel drei Mal durchgespielt, darunter auch auf den Schwierigkeitsgrad “Erbarmungslos” der oft an Unfairness kaum zu übertreffen ist. Aber ich wollte es ja so.

Worum geht es? Die Menschheit wurde durch eine Pilzinfektion dahingerafft. Die Infizierten werden zu willenlosen Zombies. Allerdings nicht die Sorte, die nur schlurfen, sondern rennen. 20 Jahre nach der Apokalypse spielen wie Joel, einen Schmuggler, der eine besonders heikle Fracht aufnimmt: Ellie. Sie soll zu einer anti-militärischen Splittergruppe, den Fireflies gebracht werden. Im Gegenzug erhält Joel eine Lieferung wieder, die ihm gestohlen und an die Fireflies verkauft wurde.

The Last of Us Joel Winter

The Last of Us ist eine Charakterstudie. Das ungleiche Paar sieht sich anfangs als Notwendigkeit an. Das Vertrauen ist begrenzt und Joel gefällt die Sache überhaupt nicht. Zuviel hat er bereits gesehen, auf der Seite der Guten und der Bösen. Er weiß, wie die Welt funktioniert, denkt nur ans Überleben. Ellie ist jung –14 Jahre alt– und sucht ihren Platz in der Welt, will etwas bedeutsames tun und sucht nach einem Sinn in dieser abgefuckten Welt. Was beide Charaktere verbindet, ist der Verlust geliebter Menschen und ein unglaublich starker Überlebenswille.

Auf ihrer Reise treffen sie viele Feinde, aber auch viele Freunde. Meistens jedoch nur so lange, bis die Route sich wieder gabelt und Joel und Ellie weiter ihren Weg geht. Die Strapazen gehen jedoch nicht spurlos an ihnen vorbei und so kommt es nach einiger Zeit zu einem dramtischen Höhepunkt ihrer Beziehung, der später von weitaus höherer Dramatik getoppt wird.

Joel und Ellie

Das Spiel verbindet gameplay-technisch einen Survival-Stealth-Shooter mit Nahkampfelementen. Ressourcen sind, je nach Schwierigkeitsgrad, rar und es muss gut überlegt werden, ob man einen Kampf lieber ausweicht oder die frontale Methode bevorzugt. Sound und Optik sorgen für ein sehr intensives und stellenweise brutales Geschehen. Abschnitte, in denen man Menschen oder Infizierte umschleicht oder ausschaltet wechseln sich ab. Genauso wie ruhige, emotionale oder aufregende Momente.

Es gibt kein Backtracking. Die Handlung und die Reise geht immer vorwärts, auch wenn sie hin und wieder sabotiert wird und Zweifel in den Figuren aufkeimen. The Last of Us ist definitiv eine Spielerfahrung, auch unabhängig der Jahreszeit, die sich kein Spieler entgehen lassen sollte. Selbst diejenigen unter euch, die bei den Wort “Infizierte” schon mit den Augen rollen.

 

The Last of Us Joel und Ellie

Ich kenne kaum ein Spiel, dass den Fokus so deutlich auf die Hauptfiguren legt, sie mit Ecken und Kanten zeichnet und vor allem den Protagonisten als egoistisches Arschloch darstellt, einen eiskalten Bastard. Für den man jedoch Sympathien entwickelt und für denen es nicht mehr viele Menschen gibt, die ihm etwas bedeuten. Vielschichtige, komplexe Emotionen mit einem etwas trägem aber dafür –im Kontrast zu Uncharted– authentischerem Gameplay.

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